Dies ist die von der Mitgliederversammlung der CDU Münster am 28. März 2009 verabschiedete Fassung. Haben Sie Anregungen, Kritik, Hinweise? Bitte senden Sie uns Ihren Kommentar zu (Kommentarfeld ganz unten).
Münster Zukunft im Strukturwandel: Mehr Arbeitsplätze in Industrie, Handel und Dienstleistung
Jahrzehntelang war Münsters Wirtschaftsstruktur klar, übersichtlich und schien absolut krisenfest: Viele qualifizierte, sichere und gut bezahlte Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst sicherten eine Gesellschaft ohne große soziale Probleme und mit überdurchschnittlicher Kaufkraft. Dass es den Münsteranern gut geht – und zwar persönlich sowie als Stadtgesellschaft – war immer weithin bekannt und sozusagen Gesetz. Doch die demografische Entwicklung, der Rückzug des öffentlichen Sektors, die Verschlankung von Verwaltungs-Strukturen auf allen Ebenen – all dies hat Folgen auch für Münster. Wenn wir Entscheidungen, die in Berlin oder Düsseldorf getroffen werden, und den Abzug von Einrichtungen des Landes und des Bundes auch weiterhin kritisch hinterfragen werden – dass Münster stärker als andere Städte betroffen sein wird, wenn der öffentliche Dienst schrumpft - ist angesichts der großen Konzentration von Ämtern und Behörden in unserer Stadt unausweichlich.
Umso wichtiger ist es, dass in Münster Arbeitsplätze im gewerblichen Bereich entstehen. Insbesondere die Gesundheits-Wirtschaft bietet hervorragende Bedingungen, um neue Arbeitsplätze zu schaffen. Der industrielle Sektor ist in Münster zudem stark unterentwi-ckelt. Hier gibt es Nachholbedarf. Wir wollen uns in der nächsten Wahlperiode noch stärker als bisher dafür einsetzen, dass mittelständische Betriebe aus Industrie und Handwerk in Münster einen neuen Standort finden oder hier expandieren können. Dafür muss manchmal Überzeugungsarbeit geleistet werden. Doch wir wissen, dass ohne eine starke und zukunftsfähige Wirtschaftsstruktur die vielen Dienstleistungs-Angebote und Serviceleistungen im kulturellen, sozialen oder schulischen Bereich auf Dauer nicht werden erhalten bleiben können, wenn in Münster nicht weiterhin Menschen aus dem ganzen Münsterland Arbeit finden. Denn Arbeitsplätze in Münster bedeuten Steuereinnahmen und Kaufkraft, die in unserer Stadt gebunden werden.
Viele Faktoren sind wichtig, damit Unternehmer sich für Münster entscheiden: Attraktive Gewerbegebiete, eine wirtschaftsfreundliche Stadtverwaltung, gute Verkehrsanbindungen, niedrige Steuersätze, ein ausreichendes Angebot an qualifizierten Arbeitskräften und ein attraktives Umfeld für Kinder und Familien. Städtevergleiche zeigen, dass Münster gerade bei den so genannten weichen Standortfaktoren hervorragend dasteht. Dieses Niveau wollen wir halten. Doch um Unternehmen für unsere Stadt zu gewinnen, müssen wir mehr tun – auch gemeinsam mit unseren Nachbargemeinden. Denn selbst, wenn ein Unternehmen sich nicht für Münster entscheidet – wenn es Arbeitsplätze im Münsterland schafft, profitiert auch unsere Stadt davon. Wir wollen daher neue Gewerbegebiete schaffen, die Verkehrsanbindungen verbessern, die Zusammenarbeit mit Hochschulen intensivieren und insgesamt für ein wirtschaftsfreundliches Klima sorgen. Damit Münster auch weiterhin erfolgreich den Strukturwandel bewältigen kann.
Doch bei allem notwendigen Strukturwandel werden wir weiterhin die Interessen des traditionellsten Wirtschaftszweigs in unserer Stadt im Auge behalten: Die Landwirtschaft prägt unsere Stadt in ganz besonderer Weise. Die münsterländische Parklandschaft ist Markenzeichen unserer Region und das Ergebnis der Arbeit von Generationen von Landwirten. Zudem ist Münster landwirtschaftliches Oberzentrum mit zahlreichen Insti-tutionen - von der Landwirtschaftskammer über landwirtschaftliche Unternehmen bis zur Versorgungskasse.
DAS HABEN WIR VOR:
- Zügige Entwicklung und Realisierung des Hansa-Gewerbeparks Amelsbüren.
- Spielräume durch Konversionsflächen für wirtschaftliche Entwicklung nutzen.
- Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur.
- Autobahnanschluss Amelsbüren.
- Ausbau Flughafen Münster/Osnabrück.
- Verbesserung der Anbindung Münsters an Ostwestfalen-Lippe.
- Weiterer sechsspuriger Ausbau der A1 in Richtung Ruhrgebiet und Osnabrück.
- Konsequente Förderung der heimischen Wirtschaft durch geeignete Vergabe-Praxis.
- Schnelle Umsetzung des städtischen Konjunkturprogramms mit einem Volumen von 13 Mio. Euro.
- Weiterer Abbau der bürokratischen Hürden auf kommunaler Ebene.
- Ausbau und Förderung des Technologie- und Forschungs-Standorts Münster.
- Weitere Profilierung in den Bereichen Gesundheitswirtschaft/Prävention.
- Förderung der Kultur-Wirtschaft.
- Ausbau der Spitzenposition in den neuen Technologien, besonders im Bereich Nano-Bio-Analytik.
- Intensive Zusammenarbeit mit Hochschul- und Forschungs-Einrichtungen.
- Noch wirtschafts-Freundlichere Ausrichtung der Stadtverwaltung.
- Niedrige Gewerbesteuer- und Grundsteuer-Sätze.
- Für Arbeitnehmer: Verbesserung der Weiterbildung und Qualifikation (lebensbeglei-tendes Lernen) sowie Steigerung der Familienfreundlichkeit.
DAS HABEN WIR ERREICHT:
- Bundesweit die meisten neuen Arbeitsplätze (seit 1995 plus 16.500).
- Platz 2 im Vergleich aller deutschen Großstädte der Wirtschaftswoche in über 100 Kategorien aus allen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen.
- Beschluss und Umsetzung des kommunalen Konjunkturprogramms zur Stützung der heimischen Wirtschaft mit einem Volumen von 13 Mio. Euro.
- Verbesserung der Wirtschaftsförderung durch Gründung der Wirtschaftsförderung GmbH.
- Verbesserung der regionalen Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden, z.B. beim Airport-Park am Flughafen Münster/Osnabrück.
- Vermarktung von Gewerbeflächen in der Loddenheide, am Hessenweg, in Nienberge, Roxel, Wolbeck und im T-Park an der Steinfurter Straße zur Ansiedlung und Erweite-rung von Unternehmen.
- Ausweitung des Einzelhandels-Angebots in der Innenstadt durch die Neubauten Stu-bengasse, Münster-Arkaden, Hanse-Carree.
- Stärkung der Stadtteilzentren.
- Stabile Gewerbesteuer-Sätze.
- Ausbau der Hansestraße, des Albersloher Weges, der Hobbeltstraße.
- Ansiedlung Max-Planck-Institut.
- Dynamik bei der Vermarktung von Flächen im Technologie-Park an der Steinfurter Straße fortsetzen, um besonders jungen Unternehmen im Bereich Technik, Wissen-schaft und Forschung Starthilfe zu geben und an Münster zu binden.
- Steigerung der Besucher- und dessen Übernachtungszahlen in Münster.
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